6 spannende Ausflugsziele in Djursland (Dänemark)

Nov 01

Djursland Strand in Dänemark
Hallo Lässige(r),

heute geht es weiter mit meinem Urlaubsbericht über Dänemark. Im letzten Post habe ich ja über unsere Urlaubsplanung und unsere Reise nach Djursland, einer kleinen Halbinsel auf Jütland, erzählt.

Nachdem wir also in der Nähe von Ebeltoft Quartier bezogen und uns von den Reisestrapazen erholt hatten, ging der Urlaub richtig los.

Gemeinsam mit unseren Freunden, einem Ehepaar mit einem Sohn im gleichen Alter wie unser Sprössling, erkundeten wir in den kommenden Tagen Djursland.

Djursland

Djursland ist jetzt nicht so groß – ungefähr 1200 km². Es ist aber groß genug um einige Tage lang ein paar tolle Ausflüge zu machen.

Also steckten wir mal wieder unsere Köpfe zusammen, namen den Reiseführer zur Hand und machten eine Liste mit den Orten, die wir besuchen wollten.

#1 Eine Fregatte in Ebeltoft

Der eigentliche Grund, warum wir am ersten Tag nach Ebeltoft fuhren, war unsere Vergesslichkeit. Wie so oft hatten wir vergessen, eine Reihe wichtiger Sachen für den Urlaub einzupacken.

Also rannten wir durch die Innenstadt von Ebeltoft und suchten Gummistiefel fürs Kind und ein Bettlaken für uns.

Warum müssen diese Urlaubsbetten auch immer größer sein und andere Maße haben als das mitgebrachte Bettlaken?

Die Mehrzahl der Verkäuferinnen in Dänemark sind sehr nett. Sie sprechen Englisch – manchmal auch Deutsch, sind Mitte Zwanzig und sehen meist gut aus.

Die Ausnahme bilden Bettlaken-Verkäuferinnen! Unsere Ausnahme sprach weder Deutsch noch Englisch und an ihr Aussehen kann ich mich auch nicht mehr erinnern.

Vergeblich versuchten wir das Wort Bettlaken in eine ihr bekannte Sprache zu übersetzen. Ich habe keine Ahnung, was die Frau glaubte verstanden oder begriffen zu haben. Sie schickte uns aus dem Laden und wies uns den Weg in eine Seitengasse, in der wir rechts abbiegen sollten.

Das taten wir und landeten am Jachthafen von Ebeltoft!

Wahrscheinlich hat die Verkäuferin unsere Beschreibung, bei der wir mit weit ausgebreiteten Armen wild um uns fuchtelten, als Segel interpretiert.

Fregatte Julland in Ebeltoft

Wir nutzten die Gelegenheit und schlenderten ein wenig ums Hafenbecken. Im Trockendock liegt dort die Fregatte Jylland. Sie ist schon älter. Der Hafen ist ihr Alters- und Ruhesitz.

Als die 155 Jahre alte Dame noch jung war, war sie mit ihren 44 Kanonen der ganze Stolz der dänischen Marine. Heute ist die Fregatte ein Museum. Bettlaken gibt es in dem Museum nicht zu sehen.

#2 Das Kattegatcentret und der Kampf mit dem Automaten

Das Kattegatcentret ist ein Meeresaquarium in Grenaa. Grenaa liegt im Osten von Djursland, direkt an der Ostsee.

Bei unserem Besuch in Grenaa kam ich mir selbst wie ein Fisch in der Ostsee vor. Es goss in Strömen und ich hatte keinen Schirm.

Auf dem Parkplatz vom Kattegatcentret angekommen, stellte ich den Motor ab, stieg aus dem Wagen und stand inmitten einer riesigen Pfütze.

Anschließend suchte ich den Parkautomaten. Dabei benutzte ich die Zeigefinger als Scheibenwischer für meine Brille.



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In Dänemark gibt es überall Automaten, von denen kein Mensch versteht, wie sie zu bedienen sind. In Grenaa ist das nicht anders.

Obwohl der Parkautomat eine deutsches und ein englisches Hilfe-Menü besitzt, hatte ich Probleme mit diesem Kasten.

Nach zwei Minuten erfolgloser Dokumentation des Hilfe-Menüs war ich bis auf meine Unterhose durchgeweicht.

Nach fünf Minuten hatte ich wahrscheinlich alle möglichen Tastenkombinationen des Displays mehrmals vergeblich gedrückt.

Weitere fünf deprimierende Minuten später ließ ich das junge Pärchen hinter mir an das Gerät. Bei ihnen funktionierte der Automat ohne Probleme. Sie sagten mitleidsvoll sorry, ließen mich im Regen stehen und schlenderten verliebt ins Meeresaquarium.

Nach einer weiteren nassen Viertelstunde kam ein junger Däne. Er sah gebildet aus und versuchte mir zu helfen.

Er betrachtete meine Kreditkarte und fragte, ob ich nicht noch eine andere Karte parat hätte. Ich zückte meine EC-Karte und siehe da, mit dieser Karte lies sich der Automat bedienen.

Die zweite Karte zu benutzen war eine einfache wie auch geniale Idee. Irgendwie kam ich mir in diesem Moment ziemlich blöd vor.

Mit meinen langen, nassen Haaren und in tropfender Kleidung betrat ich nun das Kattegatcentret. Ein kleines Kind blieb vor mir stehen, um dann verängstigt zu seinen Eltern zu rennen. Ich glaube, es dachte ich sei Neptun persönlich und gerade aus dem Meer entstiegen.

Kattegatcentret Grenaa Fischbecken

#3 Ree Park Safari

Kinder lieben Tiere und Zoos! Sie glauben daran, dass es Tieren in Gefangenschaft besser geht als in freier Wildbahn, wo sie ihren Fressfeinden gnadenlos ausgeliefert sind.

Sie glauben an eine Welt, in der eine Familie auch aus einem Bären, einem schwarzen Panther und einem Menschen bestehen kann, wobei der Panther Vegetarier ist.

So steht es zumindest im Dschungelbuch.

Von der rückwärtigen Haltung und Zucht der Futtertiere, die jeder Zoo besitzt, wissen sie nichts.

Aus solchen Gründen gehört ein Tierparkbesuch zu jedem Kinderurlaub dazu – das ist ein ungeschriebenes Gesetz.

In Djursland gibt es gleich zwei Tierparks. Einer davon ist der Ree Park Safari.

Löwe im Ree Park Safari

Im Ree Park sahen wir viele Tiere aus verschiedenen Kontinenten. Sie bewohnen große Gehege, ganz im Stile moderner Zoohaltung. Wir sahen Büffel, Bären, Polarwölfe, Löwen, Tiger, Giraffen, Nashörner und viele andere Tiere.

Doch der Clou ist eine Safarifahrt durch das große Savannen-Gelände in einem echten Jeep; vorbei an neugierigen Giraffen, verstörten Nashörnern und springenden Gnus. Nur die armen Löwen müssen draußen bleiben und dürfen nicht mit auf die Gemeinschafts-Savanne.

Unser Besuch im Ree Park Safari stand im Zeichen schlechten Wetters. Es regnete; nicht in Strömen aber beständig den ganzen Tag.

Das Wetter schien auch den Tieren aufs Gemüt zu schlagen. Sie wirkten melancholisch und behäbig.

Bei den Polarwölfen trat ich beinahe auf eine Maus. Sie interessierte sich nicht für uns Menschen und überquerte wie in Trance den Weg zwischen Prärie und kanadischer Arktis.

Die Polarwölfe selber wirkten auch nicht agiler. Die Pfleger hatten für sie eine Ziege geschlachtet, die mit aufgerissener Bauchdecke und heraushängenden Därmen als Futter bereit lag. Doch die Wölfe interessierte das wenig.

Polarwölfe im Ree Park Safari

Durch unsere eigene, wetterbedingte Trägheit verpassten wir anschließend die Safarifahrt.

Das war aber nicht so schlimm. Auch in Afrika schien das Wetter aufs Gemüt geschlagen zu haben. Die Giraffen steckten ihre Köpfe zusammen, die Erdmännchen verkrochen sich in ihre Höhlen und der Löwe machte das gleich wie unser Löwe im Leipziger Zoo: er schlief.

Am Ende eines langen Tages im Ree Park Safari waren wir alle Müde. Wir fuhren in unsere Ferienwohnung, machten den Fernseher an und schauten gemeinsam das Dschungelbuch.

#4 Und noch ein Tierpark: Skandinavisk Dyrepark

Der Skandinavisk Dyrepark ist der zweite Tierpark in Djursland. Ich weiß nicht, warum es in Djursland gleich zwei Tierparks gibt.

Vielleicht haben früher zwei, vor Selbstbewusstsein strotzende, dänische Bauern gewetteifert, wer die meisten, größten und schönsten Tiere auf seinem Hof hat. Vielleicht hatten sie dadurch keine Zeit mehr für die Landwirtschaft und haben sich auf die Zoologie konzentriert.

Der erste hat vielleicht angefangen, neben seinen Kühen auch ein paar Löwen zu halten. Als die Löwen dann die Kühe gerissen hatten, schaffte er sich keine neuen an und gründetet den Ree Park Safari.

Der zweite hat vielleicht neben seinen Schafen ein paar Wölfe gezüchtet, den Skandinavisk Dyrepark gegründet und die Schafe als Futtertiere verwendet.

Auf diese Art entstanden auch die unterschiedlichen Ausrichtungen der beiden Parks: während der Ree Park Safari auf eine Reise durch alle Kontinente einlädt, konzentriert sich der Skandinavisk Dyrepark auf die heimischen, skandinavischen Tiere.

Im Dyrepark wohnen Wölfe, Bären, Hirsche, Elche und kleine, stinkende Füchse.

Stinkender Fuchs im Skandinavisk Dyrepark

Der Gestank der Füchse stellte eine echte Herausforderung für die menschliche Nase dar. Allerdings blieb der Gestank nicht die einzige Herausforderung, die wir beim Besuch des Tierparks überwinden mussten.

Nachdem wir uns am Fuchsgehege satt gesehen – und gerochen hatten – mussten wir ein Gehege mit frei laufenden Hirschen durchqueren. Die Hirsche durften dabei gefüttert werden. Dazu kauften wir eine Papiertüte Hirschfutter.

Wir betraten das Gehege und raschelten mit der Tüte. Im Nu kamen mehrere Dutzend Hirschkühe auf uns zu gerannt.

Mein Sohn geriet als erstes in Panik, kurz gefolgt von meiner Frau.

Während der Junge sich an mir festhielt, stürzten sich die Hirschweiber auf meine Frau, die sich wiederum verzweifelt an der Tüte Hirschfutter festhielt.

Ich lachte. Aus Wut oder Panik ließ meine Frau die Tüte einfach fallen. Genau das war es, worauf die Tiere spekuliert hatten. Im Nu verschlangen sie das Futter mit samt der Verpackung.

Ich lachte immer noch und meine Frau warf mir einen tödlichen Blick zu. Jetzt lachte ich nicht mehr. Wir gingen weiter.

Hirsche im Skandinavisk Dyrepark

#5 Djurs Sommerland und Thors Hammer

Bei Dänemark denken viele Menschen gleich an Legoland. Legoland ist bestimmt ganz toll. Aber es gibt auch eine sehr gute Alternative in Djursland, Djurs Sommerland.

Djurs Sommerland

Mein Sohn ist sechs Jahre alt und ein Actionheld. Das habe ich im Djurs Sommerland wieder erfahren müssen.

Er wollte auf jede Attraktion. Ich konnte mich vor den meisten Achterbahnen und Karussellen drücken; bis auf eine: Thors Hammer! Und das Ding war der Hammer!

Über Djurs Sommerland und Thors Hammer gibt es so viel zu berichten, dass ich es später, in einem eigenen Post nachholen werden.

#6 Kühe und ein König bei der Kalø Slotsruin

Zu einem ordentlichen Urlaub gehört bei uns auch der Besuch von mindesten einem Schloss oder einer Burg. Das war ein Dänemark nicht anders.

Zugegeben, das ist nicht unbedingt der Lieblingsausflug für die Kinder, aber es gehört irgendwie dazu.

Nicht weit weg von unserem Haus liegt ein Ort namens Rønde. Unterhalb des Ortes, direkt an der Ostsee, liegt eine mittelalterliche Burgruine, die Kalø Slotsruin.

Die Slotsruin liegt auf einer Halbinsel, die über einen Damm mit dem Festland verbunden ist. Seit einigen Jahren lebt hier neben dem Schloßgeist auch eine Herde frei laufender Kühe.

Die alten Wiederkäuer haben von je her eine gute Verdauung. Wir ermahnten deswegen unsere Kinder: „Passt bloß auf, wo ihr hintretet und macht die Augen auf!“. Das sorgte dafür, dass sie eine neue Sportart entdeckten: Kuhhaufen-Slalom.

Kalø Slotsruin bei Rønde

Auf der Burgruine angekommen zückte ich meinen Reiseführer um ein wenig über Burg Kalø zu recherchieren. Dabei las ich, dass der Schwedische König Gustav Wasa im 16. Jahrhundert vom dänischen Amtskollegen hier gefangen gehalten wurde und später floh.

Ich blickte über die Halbinsel und grübelte über die Flucht des Schwedens.

Es konnte nur eine Möglichkeit gegeben haben: Gustav rannte im Kuhhaufen-Slalom über die Halbinsel. Seine dänischen Verfolger, schwer bewaffnete Wikinger, rannten hinter ihm her.

Dann passierte folgendes: Die stark bewaffneten Verfolger hatten durch ihre schweren Kettenhemden und Waffen eine größere Masse. Durch die Slalombewegungen wirkte die Zentrifugalkraft auf sie höher als auf Gustav Wasa, da sich die Zentrifugalkraft ja aus der Zentrifugalbeschleunigung durch die Multiplikation mit der Masse ergibt.

Die Dänen verloren also das Gleichgewicht oder rutschten gleich auf den Kunhaufen aus und Gustav Wasa konnte fliehen. Das war ein genialer Plan von dem alten Schweden!

Zuhause angekommen befreite Wasa übrigens sein Land von der Dänischen Vorherrschaft, weshalb die Dänen noch heute sauer auf ihre Kühe an der Kalø Slotsruin sind und diese nicht mehr in ihren Stall lassen, sondern zu einer lebenslangen Verbannung auf der Halbinsel verurteilt haben.



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Mein Urlaub in Dänemark

Über meinen Urlaub in Dänemark habe ich mehrere Artikel verfasst:

  • Die Anreise – immer eine Geschichte wert
  • Der heutige Teil über Djursland
  • Im nächsten Artikel habe ich ein paar Bilder vom Ree Park Safari und dem Skandinavisk Dyrepark für Dich
  • Djurs Sommerland war mir eine eigene Geschichte wert
  • Natürlich gehören zu einem Dänemark-Urlaub auch die Wikinger

Hat es Dir gefallen?

Dann schau doch in ein paar Wochen wieder vorbei, wenn ich einen weiteren Teil meines Urlaubsberichtes fertig habe. Oder teile die Geschichte auf Facebook, Twitter und Co.

Beste Grüße,
dombim


2 Kommentare

  1. In Dänemark war ich nun auch schon einige male, am besten hat es mir in Vejers gefallen, ist ‚relativ‘ nah an Blavand und co. dran, also wenn man dort Urlaub macht kann man auch genug erleben, die Ausflüge die du hier geschrieben hast sehen auch sehr Spaßig aus.

    Gruß

  2. Ja, spaßig waren sie wirklich. Dänemark ist wirklich einen Urlaub wert.

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  1. Djurs Sommerland - […] Im letzten Artikel berichtete ich darüber, was wir mit unseren Kindern auf Djursland so alles erleb…. […]

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