Wenn meine Frau krank ist, trage ich Verantwortung im Haushalt

Mai 26

Hallo Lässige(r),

Letztens war meine Frau krank und ich musste den Haushalt schmeißen. Natürlich war das kein Problem für mich – mit den Jahren kann man das.

Als meine Frau das erste Mal so richtig krank war, war unser Sohn etwas über ein Jahr. Damals war das für mich noch etwas anstrengender. Doch lese den ganzen Bericht:

Erster Tag

Meine Frau liegt im Bett. Diesmal habe nicht ich sie dahin gelockt, sondern ein bösartiger, gemeiner Virus.

Sie ruft mich auf Arbeit an und sagt mir Bescheid. Ich komme nach Hause, schaue nach ihr und gebe ihr einen liebevollen Kuss. Danach sage ich: “Ich habe dir auch was mitgebracht” und gebe ihr den neuen Otto Katalog. Sie schaut mich mit ihren Hundeaugen an und sagt: “Und ich dachte Du hättest mir wirklich was mitgebracht.” Fettnäpfchen!

Danach hole ich unseren Sohn von der Tagesmutter ab und bekomme von meinem Schatz noch den Auftrag Windeln zu kaufen. Ich gehe mit Junior in die Drogerie, kauf Windeln und eine Packung Milka-Herzen. Diesmal bringe ich wirklich was für sie mit!

Sie freut sich über die Pralinen und sagt: “Aber die Windeln sind in der falschen Größe. Die sind zu viel zu klein.” Ich erwidere selbstbewusst: „Das geht schon.“ und: „Mach Dir mal keine Sorgen, ich habe alles im Griff.“

Erste Nacht

Es ist 00:30. Junior schreit. Ist ja normal, ab und zu. Er schreit weiter. Ich denke noch so: “Will meine Frau nicht mal nach ihm gucken?”, da fällt mir ein, dass sie krank ist.

Ich muss ran. Der Kleine hat einen großen Haufen in der Windel. Hauptgewinn! Ich wickle, puh stinkt das, und lege mich wieder hin.

Zweiter Tag

Ich hole Junior wieder bei der Tagesmutter ab. Wir wollen los, da stinkt es. Die Tagesmutter will noch schnell wickeln, da sage ich: “Kein Problem, wir sind doch gleich zu Hause, da mach ich das.”

Was habe ich mir nur dabei gedacht? Zu Hause angekommen hat die Masse bereits die Grenzen der Windel überschritten. Die Windeln waren ja auch zu klein!

Beim Kleinen sind Strumpfhose und Hose hoffnungslos verloren. Bei mir stinkt die Jacke und der Ärmel meines Hemdes.

Nachdem die Schäden beseitigt sind, schickt mich meine bessere Hälfte auf Erledigungen: Briefe aufgeben, Briefmarken kaufen, Obst kaufen, Brot holen und eine Überweisung beim Frauenarzt holen. Was, ich soll zum Frauenarzt? Ich versuche meine Panik zu verstecken und sage selbstbewusst: “Na klar mein Schatz, das mach ich doch alles mit links.”

20 Minuten später öffne ich die Tür zur Praxis. Die Blicke sämtlicher Frauen im Wartezimmer fallen auf mich. Ich komme mir vor wie in der Höhle des Löwen. Tapfer hole ich stotternd die Überweisung und fliehe. Puh, geschafft. Nichts wie nach Hause. Zu Hause angekommen habe ich das Brot vergessen.

Zweite Nacht

Es ist 00:30. Junior schreit. Ist ja normal, ab und zu. Er schreit weiter. Dann fällt mir wieder ein, dass meine Frau krank ist. Ok, ich muss wieder ran.

Also dann: Luft anhalten und durch. Danach liege ich eine Stunde wach, weil ich diesen schrecklichen Gestank nicht aus meinem Kopf bekomme.

Dritter Tag

Ich hole wieder Junior ab. Diesmal mit dem Auftrag, Brokkoli mit zu bringen. Wir kommen zurück mit Blumenkohl.

Meine Frau hat mittlerweile bemerkt, dass ich hoffnungslos überfordert bin. Sie beschließt wieder gesund zu sein.

Ich falle erschöpft ins Bett. Drei Tage später stehe ich zum ersten Mal wieder auf.

Beste Grüße,
dombim

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