Tomatengeschichte

Aug 04

Hallo Lässige(r),

ich bin ja ein bekennender Fleisch(fr)esser. Aber ab und zu, vor allem im Sommer, jedoch weniger im Winter, dennoch regelmäßig und mit Appetit, esse ich auch Grünes: Salat, Gemüse, Obst und zum Sushi auch Wasabi. Dazu trinke ich gerne auch einen grünen Tee.

grüner Tee

So trinke ich den grünen Tee am Liebsten: vom Blatt.

Nur Waldmeister-Brause mag ich nicht so. Und grüne Tomaten mag ich auch nicht. Die schmecken mir rot besser.

Weil Tomaten gut schmecken

Weil Tomaten gut schmecken, bauen wir sie auch selber an. In unserer Wohnung haben wir eine Loggia von der Fläche einer Telefonzelle. Dort befindet sich unsere Tomatenzucht. Diese war allerdings in den letzten Jahren so erfolgreich wie die Zucht von Nordmanntannen in der Sahara.

Letztes Jahr kaufte ich beispielsweise drei Tomatenpflanzen. Irgend jemand erzählte mir ein paar Tage vorher, welch nahrhafter Boden doch Graberde sein. Also topften wir die Tomaten in Graberde.

Unsere Loggia strahlte das ganze Jahr lang eine friedliche und geheimnisvolle Aura aus, aber Tomaten wollten nicht wachsen. Vielleicht hätte ich mich erkundigen sollen, ob Graberde schon vor oder erst nach der Bestattung nahrhafter Boden ist.

Aber ich will nicht unsere ganze Zucht schlecht reden. Im Oktober ernteten wie die erste Tomate. Im November dann die dritte und gleichzeitig letzte der Saison.

Dieses Jahr wird alles besser

Dieses Jahr wollten wir alles besser machen. Wir kauften Tomatenerde. Es hörte sich einfach sinnvoller und vielversprechender an.

Dazu kauften wir drei Balkontomaten. Balkontomaten, dass ich nicht lache. Unsere Telefonzelle sah nach zwei Monaten aus wie der Amazonas-Regenwald.

Irgendwann sahen wir dann zu unserer Freude vier kleine, grüne Tomätchen. Zwei am Strauch ganz links und zwei am Strauch ganz rechts.

Mittlerweile sind zwei Monate vergangen. Die Tomaten sind jetzt größer, immer noch grün und immer noch zu viert.

Lolek, Bolek, Spejbl und Hurvinek

Wir haben sie jeden Tag gegossen und mit der Zeit entwickelte sich eine freundschaftliche Beziehung zu den vier Früchtchen. Wir redeten miteinander und tauschten uns über aktuelle Themen aus Politik und Gesellschaft aus. Und glaube mir, Tomaten sind nicht dumm.

Irgendwann haben wir den Tomaten Namen gegeben. Die beiden am linken Strauch heißen Lolek und Bolek, die beiden am rechten Strauch Spejbl und Hurvinek.

grüne Tomaten

Lolek und Bolek aus unserer Telefonzelle. Oder war es Spejbl und Hurvinek?

Geschwister wollen sie übrigens nicht mehr bekommen. Sie sagen zwei Früchtchen am Strauch sind genug. Bei dreien gibt es nur unnötigen Streit, weil immer einer zu viel ist. Ich sagte ihnen, dass ich sie gut verstehe, ich habe zwei Brüder.

Eines Tages werden sie rot und wir müssen sie ernten. Wahrscheinlich im Oktober oder November. Dann werde ich wieder Fleisch(fr)esser. Ich könnte es nicht übers Herz bringen, sie zu essen. Außerdem steht dann der Winter vor der Tür, da esse ich eh weniger Grünes.

Beste Grüße von,
Lolek, Bolek, Spejbl, Hurvinek und dombim

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