Scampi zum Hochzeitstag oder: Die Sauerei mit den Schalentieren

Nov 18

Scampi schmecken auch am Hochzeitstag

Scampi zum Hochzeitstag, eine Sauerei mit Schalentieren

Hallo Lässige(r),

heute biete ich Dir mal wieder eine kurze Geschichte von meinem alten Blog. Ich hatte sie bereits 2010 in ähnlicher Form veröffentlicht. Darin kommen all die schönen Sachen vor, die das Leben so lebenswert machen. Nun ja, vielleicht nicht alle Sachen. Sex, Drogen, Alkohol, Reichtum und Sport fehlen. Aber hey, da bleibt trotzdem noch etwas übrig: Liebe, Kinder und ESSEN! Und zwar Scampi! Also los geht’s.

Scampi am Hochzeitstag

Die Geschichte ereignete sich zu unserem ersten Hochzeitstag. Das war jetzt übrigens der Teil mit der Liebe. Meine Frau und ich entschieden uns fein Essen zu gehen. Unseren kleinen Sohn nahmen wir natürlich auch mit. So, das war der Teil mit dem Kind.

Der Rest der Geschichte handelt vom Essen.

Wir entschieden uns für einen Italiener in unserer Nähe. Das Restaurant machte einen netten Eindruck. Es herrschte eine schöne Atmosphäre, das Personal sprach gutes Deutsch, sah dabei dennoch Italienisch aus und Junior lachte mit dem Kellner. Dem machte das entweder Spaß oder er konnte sich gut verstellen. Ich bin mir nicht sicher.

Meine Frau und ich stießen mit einem Glas Rotwein an und ich bestellte Scampis. Natürlich waren mir in diesem Moment die Konsequenzen meines Handelns nicht bewusst. Mit Schalentieren hatte ich keine Erfahrung.

Die Sauerei mit den Schalentieren

Nach ein paar Minuten wurde serviert. Ich bekam einen zwei geteilten Teller. Die rechte Hälfte mit Spaghetti. Die linke Hälfte mit – was war das??? Ein großer Haufen Panzertiere – mit Panzer. Hilfe, mein Fleisch trägt eine Rüstung!

Nachdem ich den ersten Schock überwunden hatte, suchte mein Hirn nach einer Lösung um die Rüstungen zu knacken. Im selben Moment ging der Kellner an uns vorbei und grinste mit meinem Sohn um die Wette. Ich war verzweifelt und beschloss, ihn um Hilfe zu beten.

Im letzten Moment meldete sich aber mein Stolz und Kämpferherz. Ich bin schließlich ein ganzer Kerl! Was soll mein Sohn von mir denken, wenn er miterlebt, wie ich vor einem halben Dutzend Schalentieren kapituliere?

Mein Blick wurde kalt und abgezockt. Ich blickte auf die Scampis und sah Angst in ihren toten Augen.

Der Kampf begann. Im Blutrausch drehte ich das weiße Fleisch aus der Schale und schlang es hinunter. Alle Zeit verlor ihre Bedeutung. Es gab nur noch das Hier und Jetzt. Es gab nur noch die Schalentiere und mich, ihren Bezwinger, den Schalentierterminator.

Nach kurzer Zeit hatte ich die Schlacht gewonnen und kehrte geistig zu meinen beiden Lieben zurück. Die blickten mich irritiert an. Der Blick meiner Frau sagte “Du Tier!”, der Blick meines Sohnes “Hilfe!”. Doch innerlich fühlte ich mich als Held, als Bezwinger der Scampi.

Die Schlacht war gewonnen und die Scampi besiegt doch die Speisekarte ist noch lang…

Wir werden wieder kommen ins Restaurant Portofino. Aber nicht, um Scampi zu essen. Dann wird ein anderer Gegner der italienischen Speisekarte mich und das Tier in mir kennen lernen.

Mahlzeit,
dombim

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6 Kommentare

  1. Schön geschrieben. Das weckt also das Tier in Dir 🙂 *lach*

  2. @Andreas Nur eins der Tiere. In mir schlummert ein ganzer Zoo 🙂

  3. big brother /

    Ein Zoo? Ein Streichelzoo!

  4. @big brother: Ja, fein schnurren kann ich auch, wenn Du meinen Bauch graulst – grrr!

  5. Solche Geschichten vergisst man net, ge? 😉 Ich hoffe, die Ehe ist (trotzdem) noch glücklich! 🙂

    LG,
    Günni

  6. @Günni Nicht trotzdem, sonder gerade deswegen 😉

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