Jahresrückblick 2012 oder: die Chronik des Weltuntergangs

Dez 30

Hallo Lässige(r), Wie war Dein Jahr 2012? Lass uns mal gemeinsam auf die letzten 12 Monate blicken. Bei mir war 2012 ein Jahr voller Superlativen: Mein Sohn ist so groß wie nie, meine Frau so alt wie nie und ich bin so dick wie nie. Aber auch weltpolitisch hat sich einiges getan. Die Welt war mehrmals kurz davor, unter zu gehen, und hat es doch immer wieder geschafft. Hier nun die Monate im Detail. Januar Statt der Welt ging im Mittelmeer die Costa Concordia unter und in Deutschland bekam der Bundespräsident langsam feuchte Füße. Europa beschloss den Fiskalpakt um zu retten, was noch zu retten ist. Schlecker war dabei leider nicht vorgesehen und musste Insolvenz beantragen. Meine Familie und ich begannen das neue Jahr mit einer Feier in unserer Leipziger Wohnung. Als die Gäste gegangen waren, sah es dort aus, als sei die Welt wirklich unter gegangen. Februar Christian Wulff trat als deutscher Bundespräsident ab. Ich machte es ihm gleich und kündigte meine Arbeitsstelle. Jan Ullrich wurde des Dopings schuldig gesprochen und ich frage mich: Wer war eigentlich Jan Ullrich? Mein Sohn machte zum Fasching einen Tiger. Warum auch nicht: Kratzen, Beißen und Schnurren wie ein Kätzchen sind für ihn ein Leichtes. An der Weltuntergangsfront wurde es plötzlich kalt. Das lag am Winter. März Ich nahm meine neue Arbeit auf. Mit mir taten das auch eine Hand voll Präsidenten: Wolfgang Niersbach wurde einstimmig zum Präsidenten des DFB gewählt aber Franz Beckenbauer bleibt weiterhin Kaiser. Im Gegensatz zu Niersbach bekam Wladimir Wladimirowitsch Putin in Russland nur 64%. Ich bekam ein Déjà-vu. In Deutschland wurde neben dem wichtigsten Präsidentenamt (Niersbach) auch das zweitwichtigste Präsidentenamt vergeben. Es ging an Joachim Gauck. Der Weltuntergang war so weit weg wie lange nicht mehr. April Das Bundesverwaltungsgericht beschloss ein Nachtflugverbot für Frankfurt. Bei den Managern von Fraport ging daraufhin die Welt unter. Spaniens Banken holten sich Rekordsummen bei der EZB. Auch hier stieg darauf hin die Weltuntergangsstimmung. Zu Ostern fuhr ich mit meiner Frau nach Bautzen. Die Stadt war total überfüllt. Wir bekamen keinen Mittagstische und fuhren wieder weg. Mai Francois Hollande wurde siebter Präsident der 99. Französischen Republik. Er wollte eigentlich schon im März Präsident werden, da gab es aber wegen Niersbach, Putin und...

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Weihnachtsgeschichte Teil 2 – Weihnachten in Schmalkalden

Dez 23

Hallo Lässige(r), Zusammenfassung des ersten Teils meiner Geschichte zu Weihnachten letzte Woche habe ich Dir den ersten Teil meiner Weihnachtsgeschichte erzählt. Heute erfährst Du, wie es weiter geht. Doch zuerst eine kleine Zusammenfassung. Es ist eine DDR-Weihnachtsgeschichte und handelt in den 70-er Jahren des letzten Jahrhunderts. Da lebten Joseph und Maria in Leipzig. Maria war schwanger geworden durch eine kurze Affäre mit dem Heiligen Geist. Die Stasi hatte die beiden auf dem Kieker und wollte ihnen Weihnachten vermiesen. Unter dem Vorwand einer Volkszählung schickten sie die beiden auf den Weg nach Schmalkalden, dem Geburtsort von Joseph. Maria und Joseph haben keinen Trabant. Also machen sie sich bei -20°C auf ihrem Motorrad auf den Weg. Am Abend erreichten sie Erfurt und finden bei einem netten Christen eine Herberge. Von dort möchten sie nun weiterreisen. Weihnachten im Thüringer Wald Joseph startete das Motorrad und die beiden fuhren vorsichtig durch Erfurts Straßen hinaus auf die Landstraße. Sie fuhren vorbei an romantischen Burgen und Dörfern hinein in den Thüringer Wald. Der Wald sah aus wie in einem Wintermärchen. Aber den Beiden war das vollkommen egal, denn sie froren. Es war bitterkalt. Auf dem Rennsteig machten sie kurz Rast, wobei Maria nicht vom Motorrad abstieg. Sie war fest gefroren. Als sie gerade ihre Reise fortsetzen wollten, sahen sie einen kleinen Jungen mit Skiern. Er trug einen kackbraunen ASK-Trainingsanzug mit gelben und roten Streifen. Er sagte sein Name sei Sven Fischer und wenn er groß ist, möchte er ein berühmter Sportler werden. Maria und Joseph wünschten ihm viel Glück, schenkten ihm noch einen Lolli und fuhren weiter. In Schmalkalden Schließlich kamen sie halb verhungert und halb erfroren in Schmalkalden an. Leider fanden sie dort keine bezahlbare Bleibe, sie hatten ihre Geldbörse auf der Fahrt verloren. Was für Weihnachten. Umsonst wollte sie niemand aufnehmen und so fuhren sie weiter nach Mittelstille, einem kleinen Ort ganz in der Nähe. Sie hofften auf die Hilfsbereitschaft der Leute im Dorf. Als sie dort ankamen, klopften sie an mehrere Häuser, doch niemand wollte ihnen Unterkunft gewähren. Erst fast am Ende des Dorfes fanden sie eine Bleibe. Ein altes Mütterchen lud sie ein. Leider wurde in dem Haus gerade geschlachtet, und das mitten im Advent. Das war nicht koscher. Joseph wurde...

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Meine Weihnachtsgeschichte – Teil 1

Dez 16

Hallo Lässige(r), Meine Weihnachtsgeschichte Du kennst ja sicherlich die Weihnachtsgeschichte mit dem Christkind, die Geburt von Jesus. Doch vielleicht ist Dir gar nicht bewusst, dass es noch mehrere solcher Geschichten gibt. Ich will Dir heute eine ähnliche Geschichte erzählen. Eine andere Weihnachtsgeschichte. Die Geschichte ist so lang, dass ich sie teilen werde. Heute kannst Du den ersten Teil lesen. Den zweiten Teil veröffentliche ich dann nächsten Sonntag, am vierten Advent 2012. Meine Weihnachtsgeschichte handelt zu tiefsten DDR-Zeiten. Und hier erlebst Du eine Premiere auf meinem Blog. Es ist ausnahmsweise mal keine Geschichte aus meinem wahren Leben. Leipzig in den 70er Jahren Aber ich gebe zu, es gibt die ein oder andere Ähnlichkeit. So beginnt die Weihnachtsgeschichte beispielsweise in Leipzig, wo ich heute lebe. Dort lebte damals ein junges Paar. Er hieß Joseph und war ein jüdischer Zimmermann. Sie hieß Maria, war Turnerin und als die hübscheste Frau im Bezirk Leipzig bekannt. Zu Anfang waren es glückliche Zeiten. Sie liebten sich und die Preise zum Leben waren sozialistisch stabil. Die LVZ (Leipziger Volkszeitung) kostete noch 10 Pfennige, die Flasche Brause 20 Pfennige und der Wartburg 1.3 Tourist 33.775,00 Mark, also zu viel. Aber das war egal, Maria und Joseph wollten eh keinen Wartburg. Kurzum sie waren glücklich. Doch mit der Zeit wurden die Leute eifersüchtig, beneideten das junge Paar um ihr Glück und legten ihnen den ein oder anderen Stein in den Weg. Bei was auch immer. So dauerte es nicht lange und die Stasi hatte sie auf dem Kieker. Es kam, wie es kommen musste, und die Stasi wollte den beiden einen Streich spielen. Eines Morgens im Dezember bekam Joseph einen Brief von den Behörden. Darin stand, es gäbe eine Volkszählung und jedermann habe sich unverzüglich mit seinem Weibe in seinen Geburtsort zu begeben. Die Staatssicherheit drohte in ihrem falschen Schreiben auch mit harten Strafen. Würde Joseph den Anweisungen nicht folgen, würden seine Kinder später nicht in die Pionierorganisation aufgenommen und Maria würde das Anabolika entzogen, welches sie als Spitzensportlerin der DDR so nötig hatte. Leider war der Zeitpunkt für eine so lange Reise gerade sehr unglücklich, denn Maria war hochschwanger. Wie das passieren konnte, wusste Joseph auch nicht. Er hatte immer aufgepasst und vermutete einen Nebenbuhler. Als er...

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Schlachten im Advent

Dez 09

Achtung, dieser Artikel ist nichts für Vegetarier, Veganer, Frutarier, Pazifisten und Frauenversteher! Hallo Lässige(r), Zeit der Traditionen wie war Dein 1. Advent? Die Adventszeit ist ja eine besondere Zeit. Die Zeit der Liebe, der Besinnung und die Zeit, in der besonderer Wert auf Traditionen gelegt wird. Eine besondere Tradition des Bauern ist es, seine geliebten Rindviehcher, die er das ganze Jahr lang gefüttert und gepflegt hat, zu schlachten. Vielleicht ist diese Tradition ja aus Liebe zum Tier entstanden. Die wenigsten Schweine- und Kuhställe haben keine Fußbodenheizung. Die Tiere haben keine Schuhe und vielleicht will der Bauer sie nicht frieren lassen. Vielleicht essen die Vegetarier dem Bauern im Winter auch die Futterrüben weg und er kann seine Tiere nicht mehr ernähren. Ich weiß es nicht genau. Jedenfalls verkauft der Bauer nach nach der Tötung der Tiere, diesem Akt der Liebe, das Fleisch an seine Kundschaft im Dorf. Zu diesen Kunden gehören auch meine Eltern. Deren Kunde wiederum ich bin. Aus diesem Grund verbrachte ich den 1. Advent in meinem Heimatdorf und verarbeitete Teile des Rinds und Teile des Schweins zu verschiedenen Braten und Würsten. Es war mal wieder die Zeit um zu Schlachten. Der Dorfmetzger Natürlich schlachten wir nicht alleine. Als Stammleser meines Blogs weißt du, dass ich zwei linke Hände habe. Da ich beim metzgern aber mit scharfen Messern und am gefährlichen Fleischwolf arbeite, hätte ich ohne Anleitung eines erfahrenen Metzgers nach dem Wochenende bestimmt keine Finger mehr. Unser Dorfmetzger ist also so eine Art Vorarbeiter. Er geht zur Schlachtzeit von Familie zu Familie und führt die eigentliche Hausschlachtung durch. Leute wie ich sind dabei eigentlich nur Handlanger. Schlachten in der DDR Der Fleischer unseres Dorfes ist gleichzeitig der Dorfbarde. Er ist schon im Rentenalter und gibt bei der Arbeit Geschichten aus längst vergessenen Zeiten zum Besten, zum Beispiel das Schlachten zu Zeiten der DDR. Heute ist Schlachten viel unspektakulärer als früher. Früher mangelte es an Blasen für die vielen Würste. Damals durfte der Bauer nur mit einem Schlachtschein metzgern. Den bekam er von der Behörde, wenn er sein Jahresablieferungssoll an Naturalien, eine Art Sozialistenzehnt, erfüllt hatte. Mit diesem Schlachtschein bekam er dann 8 Schweineblasen. 8 Blasen reichten natürlich hinten und vorne nicht. Also wurden Blasen aus dem bösen...

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Fußball WM 2030, die Fußballgeschichte beginnt heute neu

Dez 02

Hallo Lässige(r), heute schreibe ich Dir über die Zukunft. Heute beschäftige ich mich mit der Fußball WM 2030. Es geht um die Zukunft des Fußballs, es geht um die Fußballgeschichte der kommenden Generation. Die Zukunft ist immer wichtig und als Fußballfan mache ich mir auch Gedanken um die Entwicklung des Fußballs. Als Vater mache ich mir natürlich besondere Gedanken über die Entwicklung meines Sohnes. Wie das zusammen passt, erfährst Du gleich. Der Stubenhocker Mein Kind ist ein Stubenhocker. Hole ich ihn nachmittags vom Kindergarten ab, sind alle Kinder auf dem Spielplatz. Nur einer fehlt: mein Sohn. Er sitzt meistens im Kindergarten am Tisch und schaut sich ein Buch an oder puzzelt. Er ist ein großer Puzzler! Das er ein Stubenhocker ist, liegt an seiner Intelligenz. Schon mit drei Jahren scheint er zu begreifen, dass Manager und Aufsichtsräte mit herum sitzen mehr verdienen als der gemeine Arbeiter, der Tag ein, Tag aus im Regen steht und mit harter körperlicher Arbeit seine fünfköpfige Familie durchbringen muss. Oder doch Fußballer? Diese frühe Weisheit macht mich einerseits stolz. Andererseits weiß ich, wie wichtig Bewegung für einen Dreijährigen ist. Zudem verdienen beispielsweise Top-Fußballer genauso viel Geld wie Top-Manager. Im Gegensatz zu denen haben die Fußballer aber ein schöneres Leben. Sie spielen den ganzen Tag, fahren schnelle Autos, wie etwa Michael Ballack, und haben selbst im hohen Alter viele junge, hübsche Freundinnen, wie beispielsweise Lothar Matthäus. Zugegeben, manche Fußballer enden auch wie Eike Immel: ohne Auto, ohne Freundin und im Drogensumpf. Aber Risiken gibt es ja bekanntlich überall. Kurzum die positiven Aspekte des Spitzensports haben mich überzeugt. Ich beschloss, dass mein Junge Fußball-Nationalspieler wird! Fußball WM 2030 als Ziel Das wird selbstverständlich ein langer Weg. In Persönlichkeits- und Erfolgsseminaren lernst Du heutzutage wie wichtig es ist, sich realistische Ziele zu setzten. Mein Sohn und ich formulierten deshalb folgendes Ziel: „Bei der Fußballweltmeisterschaft 2030 wird Junior die Deutsche Nationalmannschaft als Kapitän zum Weltmeistertitel führen!“ Das ist durchaus realistisch. 2030 ist mein Sohn 21 Jahre. Phillip Lahm, der aktuelle Kapitän, ist heute 29, sieht aber aus wie 16. Um einen gewissen Spielraum zu lassen, haben wir dennoch ein zweites Ziel formuliert: „Sollte Junior das erste Ziel wegen mangelnder Fitness nicht erreichen können, wird er es wie Michael...

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